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Begleituntersuchung zur Schwammspinnerbekämpfung

Zoologische Begleituntersuchung zur Schwammspinnerbekämpfung im Großraum Frankfurt/Main sowie im Bereich Rüsselsheim und Lampertheim
Bearbeitungszeitraum: 1993/1994
Auftraggeber: Hessisches Ministerium für Landesentwicklung, Wohnen, Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz
Schwammspinner-Raupe Veröffentlichung Steiger für die Wipfeluntersuchung
Aufgrund einer außergewöhnlich starken Schwammspinner-Gradation (Lymantria dispar) erwog das Forstministerium des Landes Hessen die Bespritzung befallener Waldbereiche mit Bacillus thuringiensis var. kustaki, um eine nachhaltige Schädigung des Waldes zu verhindern. Bestände mit sehr hoher Befallsdichte wurden alternativ mit dem Häutungshemmer Difluorbenzuron behandelt. Da über die Wirkung dieser Mittel auf Waldökosysteme, insbesondere auf die hier lebenden Wirbellosen, bisher nur lückenhafte Kenntnisse bestanden, wurde die PGNU mit einer Begleituntersuchung beauftragt. Im Rahmen dieser Begleituntersuchung wurden im Wipfelbereich von behandelten und unbehandelten Forstabteilungen nach einer standardisierten Methode Klopfproben genommen und am Boden Fallen vergraben. Mit diesen Fangmethoden wurden Käfer, Wanzen, Zikaden und Geradflügler erfasst und die Ergebnisse anschließend statistisch ausgewertet. Es zeigte sich u. a. dass die Ausbringung von Difluorbenzuron zu einem Rückgang von Käferarten führte, die ihren gesamten Entwicklungszyklus im Kronenbereich durchleben.
Ein Populationszusammenbruch konnte zudem bei der am Boden lebenden Waldgrille (Nemobius sylvestris) beobachtet werden, die während ihrer Häutungsphase mit dem Mittel kontaminiert wurde.
Die Untersuchungen wurden in Band 21 der Schriftenreihe „Wald in Hessen“ der Hessischen Landesanstalt für Forsteinrichtung, Waldforschung und Waldökologie veröffentlicht.