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Entwicklungskonzeption Nesse-Oberlauf

Entwicklungskonzeption Nesse-Oberlauf
Bearbeitungszeitraum: 1996/1999
Auftraggeber: Magistrat der Stadt Erfurt, Untere Naturschutzbehörde
Nesse-Quellgebiet
Heckrinder
Für den Oberlauf der westlich von Erfurt entspringenden Nesse wurde im Auftrag der Stadt Erfurt für eine Flächenkulisse von 750 ha eine Entwicklungskonzeption mit konkreten Maßnahmenvorschlägen erstellt. Perspektivisch soll sich die Nesseaue wieder mit Auwäldern, Auengehölzen, extensiv bewirtschaftetem artenreichen Feuchtgrünland und einer natürlichen Gewässerdynamik als grünes Band durch die fruchtbare Ackerlandschaft ziehen.
Nach der Ausweisung von 22 ha als GLB wurde 1999 mit der SALIX-Weidegesellschaft mbH und einem Landwirtschaftsbetrieb aus der Region auf einer Fläche von derzeit 35 ha eine ganzjährige extensive Beweidung mit Heckrindern (einer Nachzüchtung der 1627 ausgestorbenen Auerochsen) und Pferden begonnen.
Ende 2002 wird die Weide auf 55 ha erweitert. Auf diese Weise können die in der Entwicklungskonzeption genannten Ziele des Naturschutzes mit einer ökonomisch tragfähigen Nutzung durch die Landwirtschaft verbunden werden.
Das Beweidungsprojekt wird seit 1999 von der PGNU im Auftrag der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie mit botanischen und faunistischen Langzeituntersuchungen wissenschaftlich begleitet.
Es zeichneten sich bereits erste Erfolge ab:
  • Es haben sich 11 Fledermausarten auf der Fläche eingestellt, die sich von den im Dung der Rinder lebenden Insekten ernähren und sich z. T. im Gebiet fortpflanzen.
  • Brennnessel und Klebkraut wurden verdrängt, die Orchideen Großes Zweiblatt und Breitblättriger Sitter haben sich angesiedelt.
  • Vernässungen haben bereits zu Verschiebungen des Artenspektrums in Richtung Kohldistel-Feuchtwiesen geführt.