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Neuanlage Uferschwalbenwand

Neuanlage einer Uferschwalbenwand als vorgezogene CEF-Maßnahme
Bearbeitungszeitraum: 2009-2011
Auftraggeber: Wird nicht genannt, um neuen Brutplatz zu schützen
Neuangelegte UferschwalbenwandNach kurzer Zeit besiedelt mit ca. 180 BrutröhrenNeuangelegte Uferschwalbenwand mit Schutzzaun
Im Zuge der Planung einer Umgehungsstraße wurde PGNU mit der Erstellung eines artenschutzrechtlichen Fachbeitrags beauftragt.
Im Rahmen dieser Untersuchung wurde eine Uferschwalbenkolonie unmittelbar neben dem geplanten Straßenverlauf festgestellt. Die Uferschwalbe (Riparia riparia) ist nach Bundesartenschutzverordnung „streng geschützt“ und gehört zudem zu den nach Artikel 4 Abs. 2 der Vogelschutzrichtlichtlinie geschützten Zugvogelarten. Durch den Bau der geplanten Straße wäre die unmittelbar neben der geplanten Straße brütende Kolonie von einem erhöhten Kollisionsrisiko betroffen. Insbesondere die Tötung von unerfahrenen Jungvögeln wäre bei ihrem Ausflug aus den Niströhren zu erwarten und somit der Verbotstatbestand nach § 44 Abs. 1 BNatSchG erfüllt.
Aus diesem Grund ist die Herstellung eines Alternativbrutplatzes in sicherer Entfernung zur geplanten Straße durch den Eingreifer erforderlich. Sie muss vor Inbetriebnahme der geplanten Straße durch eine CEF-Maßnahme (Measures to ensure the continued ecological functionality) erfolgen und bis dahin auch funktionsfähig sein, weil ansonsten die ökologische Funktion der betroffenen Fortpflanzungs- und Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang nicht mehr erfüllt wäre.
Um diese Bedingungen zu erfüllen, wurde in einem nahegelegenen Badesee eine Ersatzbrutwand gebaut. Dabei wurde gemäß unserer detaillierten Planung eine Kieshalde mit bindigem Bodenmaterial ersetzt und auch vor der geplanten Steilwand bindiges Bodenmaterial aufgeschüttet. Anschließend wurde mit der Baggerschaufel auf der Wasserseite eine Steilwand hergestellt. Die Wände wurden zudem so eingezäunt, dass sie für Badende und Angler, die den Badesee nutzen, auf dem Landweg unzugänglich sind.
Bereits wenige Tage nach der Fertigstellung begannen Uferschwalben die Wand zu besiedeln. Im Zuge des im Jahr 2011 durchgeführten Monitorings wurden insgesamt ca. 180 neue Brutröhren und ca. 60 Brutpaare der Uferschwalbe an diesem neuen Standort gezählt.